HORST ANTES 1959-1993
IM VON DER HEYDT-MUSEM
Einer der bedeutendsten Maler

Das Von der Heydt-Museum zeigte schon 1961 ein Bild von Horst Antes, der damals noch gänzlich unbekannt war. Der Maler wurde, nach dem Urteil der Fachwelt, zu einem der bedeutendsten deutschen Maler in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts.
Inzwischen legt er auch sein Spätwerk vor.
Berühmt wurde Horst Antes durch seine Rätselbilder, die allesamt den Stempel der Sphinx tragen: unergründlich und faszinierend. Dazu ,,für die Ewigkeit gebaut“. Tatsächlich tragen seine monumentalen Gestalten, die meistens nur aus dem Kopf und den Andeutungen eines Körpers bestehen, einen überzeitlichen Charakter und laden darum jede Generation erneut ein, die Werke zu deuten.
Eines seiner beeindruckendsten Werke ist ,,Großes Ockerbild“ von 1970. Es zeigt im Hintergrund ein Kreuz und davor einen Menschen, der seine Wunden sehen läßt und einen Finger in die Wunde Christi legt. Dieser Mensch trägt das ägyptische Auge nach der Seite, wie sich überhaupt die ganze Figur im ägyptischen Stil präsentiert. Bedeutsam ist die nachdenkliche Situation, die dieser Mensch durch sein Auge und die Haltung der Hände hervorruft, eine Situation, in die jeder einbezogen wird, der das ,,Große Ockerbild“ betrachtet.
Horst Antes stellt in Wuppertal auch sein Spätwerk vor. Seit den 80er Jahren malt er dunkle Bilder, in denen die Schemen von Häusern erkennbar sind. Häuser ohne Fenster und Türen. Die Bilder erinnern an den Tod, besser: an ein unausweichliches Ende. In diesen Bildern schwingt ein dunkel raunendes Wissen, daß es weitergeht: Jenseits aller Vorstellungen von Gewohnheit, die charakteristisch im Haus wohnt.

Thomas Illmaier

DER WEG, 23/1994, S. 7. Bild: „Großes Ockerbild“ (1970) von Horst Antes.


 



Seite Drucken zur Übersicht | Startseite