Musiker und ihre Instrumente
Graphiken und Malerei der Künstlerin Julia Bögeholz bei „notabene“

Von unserem Mitarbeiter Thomas Illmaier

Seit einem Jahr besteht die notabene“ Musikschule in Wuppertal. Zum Gründungsjubiläum konnte die Wuppertaler Künstlerin Julia Bögeholz gewonnen werden. Sie zeigt ihre Ausstellung ,,Musiker“ in den Räumen der Musikschule, in deren Programm besonders Kinder Berücksichtigung finden, noch bis zum 31. März 1992.

Julia Bögeholz studierte Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und ließ sich gleichzeitig als Sängerin bei Monika Fey ausbilden. Die Ausstellung ,,Musiker“ zeigt Graphiken und Malereien der Künstlerin.
Sie hat Orchestermusiker vielfach belauscht und gibt mit wenigen Strichen den Musiker in der Beziehung zu seinem Instrument wieder. Diese Psychogramme sind von anderer Qualität als die Grünewaldschen Engel, die in die Saiten grabschen, aber nichts vom Lautenspiel verstehen.
Julia Bögeholz übersetzt in ihren Malereien Klänge in Farben und Farben in Klänge. Wenn die Gleichung stimmt, dürfte der Betrachter ihrer Bilder den musischen Grundton ihrer Werke vernehmen.
Die Malerin hat eine gewisse Vorliebe für das Cello, dessen Klang der menschlichen Stimme am verwandtesten ist. Die Liebe zu diesem Instrument zeigt denn auch den Cellisten in erotischer Beziehung zu seinem Corpus Dei entbrannt. Julia Bögeholz zeigt auch den einen oder anderen Dämon der Musik. Wie man ja weiß, spielt der Teufel Geige. (notabene“ Musikschule, Klingelholl 54A, Tel. 556611).

Westdeutsche Zeitung / Generalanzeiger, 2.Febr. 1992, S. 19.

 


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