I
love New York
DAVID BOWIE
von Thomas Illmaier
Popstars singen und musizieren nicht nur, sie malen auch,
wie James Brown, Paul McCartney, Ron Wood und schließlich David Bowie.
Der Popstar, dessen Karriere in der Musikszene vor über dreißig
Jahren begann - „Space Oddity“ machte ihn berühmt, zeigt
sich heute mehr denn je als gebildeter Intellektueller, der sich malenden
und schreibenden Berühmtheiten als Journalist und „Artist“
nähert. So interviewte er die Witwe von John Lennon, Yoko Ono, und den
noch lebenden Roy Lichtenstein, der wie Andy Warhol die Popart aus der Taufe
hob, für die Zeitschrift Ray Gun 1997.
David Bowie ist als
Künstler und als Sammler von Bildern des deutschen Expressionismus bekannt
geworden. Als Maler stellte er in London, Florenz, Basel und Montreux aus.
Im Rahmen eines „Crossover der aktuellen Kunst“ unter dem Titel
„I love New York“ stellt er in Zusammenarbeit mit Laurie Anderson
im renomierten Museum Ludwig Köln seine Paintings aus. Für die Winterpräsentation
„I love New York“ 1998/99 erarbeitete Bowie mit Laurie Anderson
das Projekt „Line“. Vorgegebene Themen werden in Zeichnungen skizziert
und mit symbolischen Formen versetzt. Dabei tritt die persönliche „Handschrift“
des Künstlers zurück, gemäß Bowies Überzeugung von
der Notwendigkeit der Auflösung des Autor-Ichs, damit überpersönliche
Fragestellungen der Menschheit wieder in den Blick geraten. Bowie sucht, wie
er sagt, Metaphern „für die üblichen Fragen: Was ist unsere
Verbindung mit dem Kosmos? Warum wurden wir geboren? Was sollen wir tun, während
wir hier sind? Und wo gehen wir hin, wenn wir sterben?“
Thomas Illmaier
Bild 1: I love New York - Crossover der aktuellen Kunst. Museum Ludwig Köln,
1998/99.
Bild 2: David Bowie „Museum of Modern Parts“ (Computer print,
1994).
Zschr.Hanf, 1/1999, S. 23.