VON DER HEYDT-MUSEUM
Bilder von Michael Burges

An sich ist der Mensch von der Natur her so ausgestattet, Bewegungen bis zu 25 Stundenkilometern wahrzunehmen. Das entspricht der Geschwindigkeit beim schnellen Rennen. Werden die Wahrnehmungsorgane dauernd mit schnelleren Bewegungen konfrontiert, entsteht Überbelastung.
Michael Burges aber zeigt mit seinen Bildern im Von der Heydt-Museum, was passiert, wenn sehr schnelle Bewegungen so organisiert werden, daß sie ein stimmiges Ganzes ergeben. Der Effekt: Es stellt sich Ruhe ein.
Michael Burges studierte zunächst Religionswissenschaften mit den Schwerpunkten Indien und Buddhismus. Was er in alten Schriften und eigener Erfahrung in der Meditation fand, setzte er in Bilder um. ,,New York – Buddhism“ und ,,Buddhistic Theme“ entstanden. Burges möchte uns zeigen, daß die – wie er sich ausdrückt – ,,irrsinnige Bewegung“ einer Großstadt, in Gänze genommen und als Totalität wahrgenommen, Ruhe erzeugt. Seine Bilder zeigen denn auch, zumeist auf nebeneinander gruppierten Holzpaneelen, kontrastierende Zeitrhythmen. Betrachtet man jedoch nicht die einzelnen Teile sondern das Ganze im Kunstwerk, ist die Unruhe wie weggeblasen. Die Gleichzeitigkeit verschiedener Bewegungen wie in Burges‘ Bild ,,Synchronism“ löst die Unruhe in der Ruhe des Bewußtseins auf.

Die Ausstellung ist bis zum 26. März 1995 zu sehen.

Thomas Illmaier

Der Weg, 11/1995, S. 6.


 




Seite Drucken zur Übersicht | Startseite