Thomas Illmaier - Die Große GesteDie Große Geste

,,Die Große Geste“ ist in gewisser Weise die Fortsetzung meines Buches ,,Der Philosoph im All“, dessen Thematik sich mit der Bedeutung geometrischer Formen in der menschlichen Weltwahrnehmung beschäftigt. Die Große Geste zeigt die Kehrseite der Medaille, die Lysis unserer abendländischen geometrisch-technischen Thesis. Indizien dafür sind der Verfall unseres Weltbildes und der damit einhergehende Verfall unserer natürlichen Umwelt; denn Innen und Außen entsprechen einander. Um angesichts der drohenden Katastrophe nicht in Nihilismus zu verfallen, greife ich sehr weit aus bis in den indo-tibetischen Kulturkreis, um die Phänomene richtig zu verstehen. Dabei lasse ich mich leiten von Goethes Wort, nur nichts hinter den Phänomenen zu erblicken oder zu vermuten. Sie selbst sind die Lehre. Die Große Geste ist die wörtliche Übersetzung eines Sanskrit Terminus. Sie kennzeichnet die erleuchtete Geisteshaltung des Erwachten oder Buddha, der jenseits aller Formen, Vorstellungen, Konzepte und Bilder geht, um die Wahrheit zu erkennen. Ich bin mir allerdings bewußt, daß unsere abendländische, christliche Tradition den Phänomenen der Vergänglichkeit d e n Gnadenrang einräumte; jedenfalls war das noch früher so. Deshalb beginnt mein Buch auch mit einer Meditation über das Kreuzmysterium, um sich dann langsam in den Buddhismus hineinzubewegen. Um die Große Geste fruchtbar zu machen, behandele ich alle menschlichen Grundprobleme in der literarischen Form des Essays bzw. des Dialogs.

Thomas. Illmaier: Die Große Geste, S. 11.

Die Große Geste. Mind-Treasures. 112 S., Essen: Die Blaue Eule, 1990.
ISBN 3-89206-364-8.

 

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