Von unserem Mitarbeiter Thomas Illmaier
Die Galerie Carmen von Eynern präsentiert bis zum 18. April Werke junger Wupperta1er Künstler. Andreas Junge, der schon im In- und Ausland ausgestellt hat, ist mit Tuschezeichnungen vertreten. Nicole Anders präsentiert vier großformatige Fotographien, und Uli Gawlick stellt seine „Objekte“ vor.
Uli Gawlick, gelernter Mechaniker, arbeitet in Stahl. ,,Blatt“,
,Hals“, „Gras“, „Raum“ heißen seine vorgestellten
Objekte. Sie sind mit Witz gefertigt und von künstlerischer Eleganz.
Mit seinen Figuren allein im Raum, und die Kräfte werden fühlbar,
die Uli Gawlicks Kunst bestimmen. Es mag eine schwache Kunst geben; diese
gehört zu den starken.
Nicole Anders gibt
sich selbst in vier großformatigen Fotos dem Betrachter preis. Ihre
Technik erlaubt über lange Belichtungszeiten Simultanbewegungen hervorzurufen,
die alle von ihrem eigenen Körper und von einem Bild herrühren.
Der Effekt gibt starke Verwurzelungen wieder, die sich tänzerisch grazil
im Bild selbst wieder auflösen.
Andreas Junge öffnet
seinem Blick die Vielfalt der Welt. In Hieroglyphen wird die Welt mit ihren
abertausend Geschichten, die sie uns erzählt, wiedergegeben. Oft rankt
sich die Welt wie ein Ameisengewirr um die Symbole des Kreuzes oder um die
Gnade von ,,Mercedes Stern“ oder nimmt Gestalt in Form des Brotes an.
Der Einfluß von A. R. Penck, der zu Andreas Junges Lehrern zählte,
ist noch erkennbar. Eigenes und den Spiegel des Zeitgeistes haltend zeigt
er uns eher versteckt in vier Tuschezeichnungen. Hier wird der Einzelne im
Getümmel der Welt sichtbar, in seinem ausweglosen Kampf gegen die mechanisierte
Überlegenheit der Zwänge. (Wuppertal-Vohwinkel, Spitzwegstr. 23;
Do-Sa 14-19.30 Uhr, So 11-15 Uhr.
Bild: Carmen von Eynern (links) präsentiert in ihrer Galerie in Vohwinkel Arbeiten von Uli Gawlick, Andreas Junge und Nicole Anders.
Westdeutsche Zeitung / Generalanzeiger, 27. März 1992, S. 10.