Else Lasker-Schüler.
Die Else Lasker Schüler-Gesellschaft in Wuppertal hat fünfzehn Zeichnungen der Dichterin zum Preis von 180.000 DM gekauft. Die Werke stammen aus der Schweiz und sind unter dem Namen ,,Sammlung Bollinger“ bekannt. Diese Sammlung war einst Bestand der Berliner Nationalgalerie, bevor sie 1937 im Zuge der Verfemung als entartete Kunst von den Nazis entfernt und in Luzern veräußert wurde. Die Else Lasker Schüler-Gesellschaft bemüht sich um die Errichtung eines ,,Centrums für Verfolgte Dichter und Dichterinnen“ in Zusammenarbeit mit dem PEN Zentrum deutschsprachiger Schriftsteller im Ausland (London). Unterschrieben wurde der Gründungsaufruf unter anderen von Siegfried Lenz, Günter Grass, Sarah Kirsch, Johannes Mario Simmel und Salman Rushdie. Für eine Benefiz-CD haben neben zahlreichen anderen Bands und Liedermachern auch BAP, PUR, Wolf Biermann, Reinhard Mey, lna Deter und Achim Reichel kostenlos Songs zur Verfügung gestellt. Das Vorwort zum Booklet der CD ,,Die verbrannten und verbannten Dichter“ (EMI) schrieben Reiner Kunze und Jürgen Serke. Die neuerworbenen Zeichnungen von Else Lasker-Schüler sind im Rahmen der Ausstellung ,,Brücke und Blauer Reiter“ im Von der Heydt-Museum Wuppertal bis 16. Februar 1997 zu sehen. TI
Im Abdruck fehlt das Kürzel.
Junge Freiheit, 3/1997, S. 16.