,,Pioniere
der Moderne“ waren Zeichner
Von der Heydt-Museum stellt Zeichnungen aus
Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein galt die Zeichnung als
Vorstufe des Gemäldes und wurde deshalb als zweitrangig betrachtet. Das
änderte sich mit den Sammlergewohnheiten und Wertschätzungen der
Kunsthändler. Nunmehr wurde die Zeichnung als gleichrangiges. Kunstwerk
neben den Gemälden angesehen. Denn von nun an übten sich die Künstler
wie George Seurat (1859—1 891) in einer ganz eigenständigen ,,Zeichensprache“.
Besonders der ephemere, an einen Hauch erinnernde Stil in der Technik Seurats
ist ohne Kreidezeichnung seiner Motive gar nicht denkbar.
Das Von der Heydt-Museum
zeigt erstmals geschlossen seine Sammlung an Aquarellen, Pastellen und Handzeichnungen
aus der Schenkung Von der Heydt. Unter dem Titel ,,Pioniere der Moderne“
wird die bedeutende Sammlung an Kabinettstücken aus dem Archiv des Museums
vorgestellt. Damit wird auch den Sammlern August und Eduard von der Heydt
ein Denkmal gesetzt, die ihre Sammlung dem Von der Heydt-Museum schenkten.
Sie gelten, indem sie das öffentliche Interesse auf die moderne Kunst
ihrer Zeit lenkten, neben den Künstlern selbst, als ,,Pioniere der Moderne“.
Alle Großen, von Cézanne bis Picasso, sind mit ihren Blättern
in der Ausstellung im Bürgersaal des Von der Heydt-Museums vertreten.
Thomas Illmaier
Von der Heydt-Museum: Pioniere der Moderne. Kabinettstücke aus der Schenkung Von der Heydt. Ausstellung bis 6. Juli 1997. Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags 10 bis 21 Uhr. Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung von Bettina Ruhrberg zum Preis von 28 Mark.
DER WEG, 26/1997, S. 10. Bild: Pablo Picasso „Die Armen“, 1903.