Steffa Reis Künstler reflektieren Else Lasker-Schüler
Ausstellung im Gemeindehaus der Immanuelskirche

Fünfzig Jahre war sie tot, als das Von der Heydt-Museum die erste große Gedächtnis-Ausstellung der Dichterin Else Lasker-Schüler ausrichtete, und im 51. Todesjahr scheint die Dichterin auferstanden zu sein. Ihr Werk gibt vielfach Stoff zur Auseinandersetzung, wie Steffa Reis, Tanja Wetzel, Christin Coqui neben anderen Künstlern in ihren malerischen Arbeiten jetzt in der Immanuelskirche zeigen.
Es ist gar keine Frage: Will man unter den bis 19. Mai dargebotenen Bildern expressiv bedeutende Kunst sehen, steuert man geführt mit richtigem Instinkt auf die Bilder von Steffa Reis aus Tel Aviv zu und bleibt vor jenem Werk stehen, dessen Titel so gar nichts mit dem zu tun hat, was es zeigt, nämlich ein Hakenkreuz, das leicht als Vexierbild im Thema ,,Piano –Roulette“, so der Titel, versteckt ist. Das Hakenkreuz zeigt die ultima linea rerum, den Tod, wie Horaz Bild die Grenzen des Lebens beschrieb.
Steffa Reis, selbst Jüdin, führt einen Dialog mit Else Lasker-Schüler über Zeiten und Räume hinweg, was möglich ist, weil der Wert der Dichtung wirklich ist und wirkt über Räume und Zeiten hinweg. Jede Generation wird Else Lasker-Schüler neu entdecken. Thomas Illmaier


Immanuelskirche (Gemeindehaus): Heller Schatten dunkles Licht. Reflexionen zu Leben und Werk von Else Lasker-Schüler, Normannenstrafle 24, bis 19. Mai, Dienstag bis Sonntag, jeweils 15 bis 19 Uhr.

Originaltext mit 1 Foto „Else Lasker-Schüler“ von Steffa Reis

DER WEG, 20/1996, S. 8.

 

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