Collins, Impana ,,Traumzeit“ mit den Aborigines
Galerie Thaysen-Heyduck zeigt zeitgenössische australische Malerei

Wuppertal. ,,Traumzeit“ heißt eine Ausstellung in der Galerie Thaysen-Heyduck mit zeitgenössischer Punkt- und Kreismalerei der Aborigines (lat.: ab origine = vom Ursprung her) in Zentralaustralien. Ihre Arbeiten erzählen von jahrtausendealten Kulturen und Denkweisen, die sich im Einklang mit der Natur entwickelt und in Lebensformen, Riten und Mythen überliefert haben. In der Technik der Vogelperspektive verweisen sie auf die Zusammenhänge von inneren und äußeren Landschaften, auf eine ,,Traumzeit“, in der sich das Leben entwickelte und immer wieder erneuerte.
In erdgebundenen Farben präsentieren die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, ihre Kunstwerke: voller Hingabe an die Schöpferkraft und Ordnung der Natur. Eines ihrer wichtigsten Symbole ist die Schlange, die als heilig gilt. Ihr Weg, entlang der Erdmagnetlinien, ist seit Urzeiten auch der Weg der Ahnen, die von den Aborigines verehrt werden. Wo die Schlange kriecht und die Ahnen wandern, ist auch der Weg der Aborigines zu ihren heiligen Plätzen. Hier träumt die Schlange. Aus ihren Träumen entstehen der Wald, die Hügel, Wasser und Wild. Auch der riesige Monolith, im Zentrum Australiens, der Ayers Rock, wie ihn die Weißen nennen, ist aus dem Traum der Schlange geboren.
Mit solchen Traumplätzen ist die Identität der Aborigines eng verbunden. Sie sind nach ihrer Lebenssicht nämlich auch die Plätze der Geburt jedes einzelnen. Ihre Vorfahren besiedelten Australien bereits vor 40000 bis 60000 Jahren. Die ältesten Kulturdenkmäler, Felszeichnungen, der Aborigines. sind 20000 Jahre alt.
Die Kunst der Aborigines verbindet die ,,Traumzeit“, die dem Paradies vergleichbar ist, mit dem Erdendasein der Menschen. Ihre Bilder wirken wie ein offenes Geheimnis in magischer Pracht. Zu sehen sind sie noch bis 15. Mai in der Galerie Thaysen-Heyduck, Friedrich-Ebert-Straße 84, Dienstag bis Freitag 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Samstag 10 bis 14 Uhr. Zum Abschluß der Ausstellung, am 15. Mai, 11 Uhr spricht der Kurator und Initiator der Ausstellung Winfried W. Dicken, über Land und Leute Australiens.

Thomas Illmaier

DER WEG, 19/1994, S. 14. Bild: „Kunia“ (1989) von Impana Collins.




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